Am Freitag, 22. Februar 2019, um 20:15 zeigt der Filmclub Rütihof in der Arche den Film "Grüne Tomaten".

Der Diskurs zur neueren Darstellung der (emanzipierten) Frau im Film und der damit verbundenen Rezeption beschäftigte sich sehr intensiv mit der Frage, welche Elemente der Identifikation ein Film verwendet, der die Emanzipation der Frau zum Hauptthema hat. Ein Beispiel dafür ist „Grüne Tomaten“ („Fried Green Tomatoes“), die Verfilmung von Annie Flaggs gleichnamigem Bestseller, die unter der Regie von Jon Avnet zum Überraschungshit der US-amerikanischen Frühsommersaison 1991 wurde. Nun kurz zum Film: 

 

Handlung

Evelyn Couch, eine Hausfrau zu Beginn der Wechseljahre und sehr spärlich mit Selbstbewusstsein ausgestattet, führt eine unglückliche Ehe. Im Altersheim des Südstaaten-Provinzstädtchens, in dem sie wöchentlich die Tante ihres Ehemanns Ed besucht, freundet sie sich mit der vorübergehend hier lebenden Seniorin Ninny Threadgoodean, die ihr die tragisch-komische Lebensgeschichte eines einst dort heranwachsenden Mädchens in den 1920er und 1930er Jahren erzählt (im Film durch Rückblenden dargestellt, die den Hauptteil der Lauflänge ausmachen):

Idgie Threadgoode, ein eigenwilliges, widerspenstiges kleines Mädchen, fühlt sich nur von ihrem großen Bruder Buddy verstanden. Doch Buddy, der sich in die hübsche Ruth Jamison verliebt hat, verunglückt bei einem tragischen Unfall tödlich. Idgie ist verbittert; erst nach Jahren entwickelt sie allmählich eine innige Freundschaft zu Ruth, die als die bravere der beiden der draufgängerischen Idgie (die von Ruth als Bienenbetörerin bezeichnet wird) zögernd folgt. Das geht so lange, bis Ruth heiratet und nach Georgia fortzieht.

Als Idgie ihre Freundin dort einige Jahre später besucht, erfährt sie, dass Ruth von ihrem Ehemann geschlagen wird. Einige Zeit später erhält Idgie einen Brief von Ruth, in dem sie ihr mitteilt, dass ihre Mutter inzwischen verstorben sei und sie nun bereit für ein neues Leben sei. Idgie, inzwischen eine überaus selbstbewusste, burschikose Frau, kehrt in Begleitung des schwarzen Arbeiters Big George und ihres Bruders Julian zurück, „entführt“ die schwangere Ruth von ihrem Mann und nimmt sie bei sich auf. Gemeinsam betreiben sie in dem kleinen Ort Whistle Stop in Alabama das Whistle Stop Café, wo die titelgebenden gebratenen grünen Tomaten angeboten werden.

Zum einen müssen sie sich gegen rassistische Zeitgenossen behaupten, aus deren Sicht es sich nicht gehört, Afroamerikaner zu bedienen, zum anderen auch gegen Ruths Ehemann Frank Bennett, der sie aufsucht und ihr das Kind wegnehmen will. Kurz nach seinem Auftauchen ist er spurlos verschwunden. Idgie wird deswegen Jahre später des Mordes angeklagt. In der Verhandlung lenkt Idgie den Mordverdacht vorsätzlich auf sich. Gemeindepfarrer Reverend Scroggins hilft Idgie überraschend mit einem Meineid, wobei dieser allerdings nicht auf die Bibel, sondern auf eine schwarz eingebundene Ausgabe von Moby Dick schwört. Idgie wird freigesprochen. Erst später stellt sich heraus, dass der aggressive Ehemann von der afroamerikanischen Köchin Sipsey in Notwehr mit einer gusseisernen Bratpfanne erschlagen wurde. Sipsey hätte bei der Konstellation „Täter schwarz, Opfer weiß, Sheriff beim Ku-Klux-Klan“ vor Gericht keine Chance gehabt. Ihr Sohn Big Georgeverarbeitet auf Anregung von Idgie die Leiche zu Barbecue, das sogar der mit der Vermisstenanzeige befasste Sheriff Curtis Smoote als vorzüglich lobte.

Nur wenige Jahre später muss Idgie einen bitteren Verlust hinnehmen, als Ruth 1939 an Krebs stirbt.

(Quelle: Filmclub Rütihof)